Mysterien am HPI

von Bäumen, Bonbons, Beratungsräumen und mehr

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Für diese Ausgabe haben wir eure Fragen rund um das HPI gesucht und wollen einige davon nun beantworten. Bei manchen Fragen hätte die Beantwortung sehr aufwändige Zählarbeit (»Wie viele Bildschirme gibt es am HPI?«) oder ständige Überwachung aller Mitarbeiter (»Wie viele Liter Kaffee werden pro Tag getrunken?«) bedeutet. Ihr habt hoffentlich Verständnis dafür, dass wir diese Fragen hier nicht beantworten – der Lösungsweg ist trivial und wird den Lesern als Übungsaufgabe überlassen. Auch von den restlichen Fragen können wir hier nicht alle beantworten, weil die Informationen nicht aufzutreiben sind, nicht alle Anfragen an verschiedene Stellen beantwortet wurden und auch nur begrenzt viel Platz im Magazin zur Verfügung steht. Doch ein paar interessante Fakten sollen hier nun wieder präsentiert werden. Der größte Dank gilt Steffen Zierl vom Facility Management und Daniela Roick-Schütze am Empfang für ihre stets hilfreiche Unterstützung bei der Recherchearbeit.

Silberne Sanitär-Sammelbehälter

In den Toiletten im Hörsaalgebäude finden sich in den Toilettenkabinen silberne Halterungen, über deren Zweck sich seit Jahren Nutzer der sanitären Einrichtungen wundern.

Eine häufige Vermutung ist, dass es sich dabei um Aschenbecher handelt, sicher sind sich viele aber nicht, weil in den Gebäuden schließlich gar nicht geraucht werden darf. Dienen die Sammelbehälter vielleicht noch einem anderen Zweck?

Eine Nachfrage beim Facility Management ergab, dass es sich bei den Haltern tatsächlich um Aschenbecher handelt, die zur Erstausstattung der Toiletten gehörten und beim Bau des Hörsaalgebäudes dort installiert wurden. Auf der Herren-Toilette gibt es zwischen den Urinalen silber-schwarze Kästen, bei denen es sich ebenfalls um Aschenbecher handelt. Über die Sinnhaftigkeit von Aschenbechern in einem Gebäude mit Rauchverbot hat aber seit Jahren wohl niemand nachgedacht. Nachdem wir für das HPImgzn nachgefragt haben, überlegt das FM-Team jetzt aber, die Aschenbecher zu entfernen, damit niemand auf falsche Gedanken kommt.

Blökende Schafe statt brummender Rasenmäher

Das Schaf auf dem automatischen Rasenmäher erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit am HPI. Manche wünschen sich sogar, dass das Schaf offizielles HPI-Maskottchen wird und der PR-Klub passendes Merchandise anbietet.

Wie kam das Schaf aber überhaupt ans HPI? Rasenmäher sind groß und laut und brauchen Treibstoff. Deutlich ökologischer ist da natürlich das Abgrasen durch Tiere. Wer Kaninchen und einen Garten zu Hause hat, hat bestimmt schon darüber nachgedacht, dass diese zum Rasenmähen eingespannt und nebeneinander über die Wiese geführt werden könnten. Kaninchen sind allerdings recht klein und für eine große Rasenfläche bräuchte man schon sehr viele Knabberhäschen, um den Rasen immer schön kurz zu halten. Besser eignen sich deshalb Ziegen oder Schafe. Manche Hirten bieten genau das als Dienstleistung an: Sie bringen ihre Tiere vorbei, die sich auf der Wiese gütlich tun und die Grashalme kürzer hinterlassen, als sie sie vorgefunden haben. Neben dem Transport der Tiere sind aber insbesondere die Verdauung und das daraus entstehende Abfallprodukt ein Problem. Die schönen grünen Spiel- und Liegewiesen am HPI sollen sauber bleiben, man möchte dort keine Hinterlassenschaften der Tiere haben.

Also kam die Idee eines Rasenmäher-Roboters auf, der genau wie ein Schaf den ganzen Tag über die Wiese läuft und sie kurz hält, ohne dabei Dreck oder Lärm zu machen. Und um trotzdem ein tierisches Erlebnis auf dem Campus zu schaffen, wurde kurzerhand eine Schafs-Figur auf den Rasenmäher montiert – in kräftigem HPI-Orange. Die dpa zitierte in einer Meldung einen HPI-Mitarbeiter: »Dieses Schaf macht nicht Määh, aber es mäht«.

Immer wieder die Kastanie

Die Kastanie vor dem HPI-Hauptgebäude erfreut sich vieler Geschichten um ihre Historie. Insbesondere kommt immer wieder auf, dass das Hauptgebäude nur wegen dieses Baumes seine Form bekommen hat. Und das ist richtig: Ein früherer Entwurf für das Hauptgebäude sah ein rechteckiges Gebäude vor. Es wurden sogar Angebote für das Umsetzen des Baumes eingeholt, ein bei Bäumen dieser Größe sehr schwieriges, kostspieliges und riskantes Unterfangen. Hasso Plattner entschied aber, dass der Baum nicht versetzt wird und so macht das Hauptgebäude einen Bogen um den Baum und schafft dadurch einen visuell ansprechenden Abschluss des Campus, indem es sozusagen eine Verbindung zwischen Hörsaalgebäude und Haus C schafft.

Nicht implementierte Schnittstelle

Apropos Verbindung: Stimmt es, dass zwischen dem Hauptgebäude und Haus C ursprünglich ein Verbindungsgang vorgesehen war, durch den man im Warmen und Trockenen die Gebäude hätte wechseln können? Ja, so ein Gang war geplant. In Bauzeichnungen des 2010 eröffneten Hauptgebäudes ist der Gang eingezeichnet, er sollte im 1. Obergeschoss von der hinteren Kommunikationszone im Fachgebiet Meinel in den Flur von Haus C führen. Im Stahlbeton der Außenwand des Hauptgebäudes ist sogar eine Aussparung für den Gang enthalten. Gescheitert ist der Übergang an den Vorschriften zur Durchfahrtshöhe für die Feuerwehrzufahrt. Deshalb müssen die vielen Licht- und Sauerstoff-scheuen Informatiker jetzt auch bei Regen nach draußen, wenn sie die Gebäude wechseln wollen – aber immerhin lässt uns so im Notfall die Feuerwehr nicht im Regen stehen.

Wasserstadt Potsdam

In und um Potsdam gibt es viel Wasser. Und auf unserem beschaulichen Campus trägt der Lake HPI besonders im Sommer mit seiner Springbrunnenanlage viel zur guten Atmosphäre bei. Wer entscheidet eigentlich, wann die Fontänen wie hoch aufsteigen?

Die Fontänen der Anlage werden durch ein zentrales Steuerungssystem bedient, an das verschiedene Technik auf dem Campus angeschlossen ist. Im Standardbetrieb läuft ein zeitgesteuertes Programm, das zu bestimmten Uhrzeiten die Fontänen ein- und ausschaltet. Natürlich kann das Facility Management aber auch manuell regeln, wie viel Wasser in die Luft geschossen wird und für Veranstaltungen kann ein im Voraus individuell angepasstes Programm ausgeführt werden.

Für den Winter muss die Anlage leergepumpt werden, damit das Wasser nicht innerhalb der Leitungen gefriert. Das ist der Grund für den dicken Schlauch, der manchmal am Teich zu sehen ist. In den Teich wird eine Pumpe gestellt, die so viel Wasser in Sickergruben abpumpt, bis die Düsen der Fontänen freiliegen. Diese können dann geleert, gereinigt und verschlossen werden und anschließend wird der Teich wieder mit Grundwasser aufgefüllt. Im Frühjahr wird erneut Wasser hin und her gepumpt, um die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.

Die den Teich bewohnenden Fische erfreuen sich nicht nur bei Fischreiher Tino großer Beliebtheit, auch die Studierenden beobachten die Fische, wenn auch vermutlich aus anderen Gründen. So sorgen sich manche, dass die Fische beim Abpumpen des Wassers ungewollt aus ihrem Lebensraum gesogen werden könnten. Das Facility Management beruhigt: Die Pumpe hat ein Sieb, damit sich keine Blätter oder Zweige darin verfangen. Durch dieses Sieb passen auch die Fische nicht, außerdem sind sie vorsichtig genug, um nicht an die Pumpe heranzuschwimmen, während diese im Teich arbeitet.

Schlüssel, Tacker und …

In den ersten Versionen des Erstifilmes wurde erklärt, was man am Empfang bekommt: Schlüssel, Tacker und Bonbons. Nach dem Abgeben der Übungsblätter noch schnell ein Bonbon und weiter geht’s mit dem Studientag. Wer die Bonbons immer wieder auffüllt? Daniela natürlich. Eingeführt wurden die kleinen den Tag versüßenden Naschwaren von Monika Bernhardt, die sich bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2011 um die vielfältigen Aufgaben am Empfang kümmerte. Der Bedarf an Bonbons ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Mittlerweile wird jeden Monat Nachschub bestellt, insgesamt knapp 50 kg pro Jahr.

Kartenlesen

Warum sind die Kartenleser im Hauptgebäude weniger stark als die in Haus ABC? Wer kennt das nicht: Im Haus ABC kann man einfach das Portemonnaie vor die Lesegeräte halten, um die Türen zu entriegeln, im Hauptgebäude muss man die Karte teilweise herausnehmen und direkt auflegen, damit sie erkannt wird.

Die Leser im Hauptgebäude sind zwar technisch moderner als die in Haus ABC, weil sie aber kompatibel zu den existierenden Zugangskarten sein sollten, mussten sie nach ihrer Installation entsprechend konfiguriert werden. Nicht bekannt ist allerdings, ob dadurch auch die Reichweite eingeschränkt wurde oder sie bei diesen Geräten generell kleiner ist. Angesichts der aktuellen Erweiterung auf Campus II, möglicher Mitnutzung des Campus III (das Gebäude von Hasso Plattner Ventures auf der anderen Seite der S-Bahn) und zukünftigen Neubauten auf dem Hauptcampus wünscht sich das Facility Management langfristig eine Umstellung auf ein einheitliches System für alle Gebäude, im Moment sind drei verschiedene im Einsatz. So sollen alle möglichst nur noch jeweils genau einen persönlichen Transponder brauchen, der individuell je nach Zugangsberechtigung für verschiedene Räume und Gebäude konfiguriert werden kann.

Popcorn für die Feuerwehr

Manche erinnern sich bestimmt an den »Popcorn-Vorfall«, als der Filmklub für ein Hörsaalkino Popcorn vorbereitete, der Rauchmelder in der Küche ausgelöst wurde und die Feuerwehr mit großem Tanklöschfahrzeug, Drehleiterwagen und noch zwei weiteren Fahrzeugen anrückte. Das von der Räumung betroffene Soft-Skills-Kolloquium wurde auf der Wiese fortgesetzt und seit diesem Zwischenfall wird im Hörsaalgebäude kein Popcorn mehr zubereitet. Zugegeben: Einen weiteren Versuch gab es noch, aber trotz Maßnahmen für ein besseres Abziehen des unvermeidlichen Dampfes wurde ein weiterer Feuerwehreinsatz nur mit viel Glück verhindert: Ein leises Piepen konnte dem Voralarm in der Brandmeldezentrale zwei Räume weiter zugeordnet werden, den das Facility Management gerade noch rechtzeitig abschaltete.

Weil aber Popcorn zu Kino gehört wie Pizza zum Hackday, produziert der Filmklub das Popcorn inzwischen ausgelagert bei Ulf.

Nicht nur wegen frischem, dampfenden Popcorn hatte das HPI schon Besuch von der Feuerwehr, auch eine in der Mikrowelle vergessene Pizza und heimliches Rauchen auf der Toilette haben schon mal den Alarm ausgelöst. Wirklich gebrannt hat es auf dem Campus noch nie, aber für den Ernstfall sind die Brandmelder erwiesenermaßen funktionstüchtig.

Die kurzen weißen Röhren oben an den Wänden in den Hörsälen sind übrigens ebenfalls Rauchmelder. Diese lösen aus, wenn der ausgesendete Lichtstrahl nicht mehr von den gegenüber angebrachten Reflektoren in den Empfänger zurückgeworfen wird. Auf das Schwenken großer Fahnen muss deswegen beim Public Viewing verzichtet werden.

Schöne Aussicht

Die beiden Besprechungsräume »Bellevue« und »Belvedere« im Foyer des Hauptgebäudes heißen nicht ohne Grund so. Beide Worte bedeuten »schöne Aussicht« – einmal auf Französisch, einmal auf Italienisch. Ziemlich passend für beinahe rundum verglaste Räume, oder? Wenn es noch einen dritten Raum geben würde, wäre die passende Benennung wohl Spanisch: »Buena vista«. Und wer sich nicht merken kann, welcher der beiden Räume wie heißt: »Belvedere« mit dem »R« im Namen ist der Raum auf der rechten Seite.

 

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